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Mittwoch, 19. Dezember 2012

Mit Vivian Hall auf der Suche nach Bombenstimmung und gerupften Engeln .....


Bombenstimmung im Nahen Osten. Nachdem ich für die Weihnachtszeit meinen Besen gegen ein paar herrlich federleichter Engelsflügel eingetauscht hatte - es mußten nur ein paar Neu-Engel dafür gerupft werden und sie bekamen auch Morphium gegen die Schmerzen! - flog ich einmal nach rechts, dann nach links.
Offengestanden recht unmotiviert, aber ich mußte meine Flügel auch erst einfliegen.
Meine Aufmerksamkeit wurde dann von Lichtblitzen und Knallgeräuschen angezogen. Da ich selbst äußerst friedfertig bin und Nachrichten nur bedingt ansehe, hielt ich es für ein Feuerwerk.
Eine Party? Ein Fest!
Fröhliche Menschen, genau danach stand mir der Sinn. Also wandte ich mich dorthin und bekam prompt eine Breitseite ab. Eine Kanonenkugel zerfetzte mir den linken Flügel, ich kam ins Straucheln und stürzte Pirouetten drehend in ein Wohngebiet.
Als ich mich soweit beruhigt hatte, daß meine Knie ihren Dienst aufnahmen, blickte ich mich um und erkannte eine triste Hochhaussiedlung. Von irgendwoher drang Musik.
Je näher ich kam, desto deutlicher wurden die Klänge. Dirty Dancing. Bestens, "The time of my life", wo man singt, da laß dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder ...
Ich trat durch die offenstehende Haustür eines Bungalows am Rande der Siedlung. Das altertümliche Geräusch einer manuellen Schreibmaschine mischte sich mit der Musik. Ich stieß die Tür auf und entdeckte eine junge Frau, die auf die Tastatur einhämmerte.
Stirnrunzelnd blickte sie hoch. Einen Moment wirkte sie irritiert, dann erhellte sich ihre Miene.
"Ivy Paul!"
"Vivian Hall, so eine Überraschung!"
Wir lachten und ich zog bedeutungsvoll mein Diktiergerät hervor.....

 
Interview
 
Wie bist Du auf die Idee zu Deinem Roman gekommen?

 Oh, die Idee selbst kam mir vor ungefähr zwei Jahren. Sozusagen ein Geistesblitz, sehr schemenhaft und unausgegoren. Der Plot hat sich dann erst während des Schreibens richtig entwickelt und völlig andere Formen angenommen, als ursprünglich angedacht. Ich ein richtiger Bauchschreiber (auch wenn ich versuche mir das abzugewöhnen) und folge neugierig der Spur meiner Ideen. Meistens steht schon das erste Drittel des Manuskripts, bevor ich weiß, was ich meinen Protas alles antuen werden. *g*
Family Affairs: Verbotenes Verlangen: Erotischer Roman
Mich reizen Geschichten mit einem dramatischen Einschlag, ich mag es nicht, wenn alles zu glatt läuft, weil es im realen Leben ja auch so ist. Friede, Freude, Eierkuchen und zuviel Romantik langweilen mich schon beim Lesen und beim Schreiben erst recht. Daher hat mich diese komplexe Dreieckskonstellation sehr gereizt, auch wenn es auf den ersten Blick etwas befremdlich erscheint, dass meine weibliche Hauptperson dem Liebhaber ihrer eigenen Mutter verfällt. Die Charaktere auszuarbeiten und sie mit Leben und einer Seele auszustatten, hat monatelang meinen Alltag erfüllt und mit jedem Satz, wurde das Bild der beiden vor meinem inneren Auge klarer, bis sie mir fast real vorkamen.

 


Drei Sätze, um mir Dein Buch schmackhaft zu machen: :-)

Lieber Leser, für welchen männlichen Protagonisten entscheiden Sie sich?

 

1.     Für Ryan, den untreuen, aber verteufelt sexy Mistkerl, der sich nicht entscheiden kann und Chloe mit seiner Anziehungskraft um den Verstand bringt …

 

2.     … oder ziehen sie doch den undurchsichtigen Texaner Ross Turner vor, der plötzlich in Chloes Leben auftaucht, und nicht nur einen eisernen Willen besitzt, sondern auch haufenweise Geheimnisse mit sich herumträgt.

 

3.     Vielleicht hat es Ihnen aber auch Victor angetan, der zynische Moralapostel, der sich ständig mit Turners zickiger Tochter Paige zofft und mit aller Macht versucht, seinen Bruder Ryan die Hochzeit mit Chloes Mutter auszureden und auch nicht davor zurückscheut, Mutter und Tochter gegeneinander auszuspielen.

 

Wie bist Du auf Dein Pseudonym Vivian Hall gekommen?

 Vivian ist ein Nick, der mich schon länger begleitet und den ich auch auf einer  öffentlichen Plattform genutzt habe. Dort habe ich sozusagen „geübt“ und viel Spaß dabei gehabt. Ich konnte da viel lernen und habe Menschen kennengelernt, die mich bestärkt, aber auch kritisiert haben, was mir nur gut getan hat. Kritik ist wichtig, auch wenn sie manchmal weh tut. Diese Anfänge haben mich auf jeden Fall geprägt und überhaupt erst dafür gesorgt, dass ich es gewagt habe, einen Roman einzuschicken. Um das nie zu vergessen, habe ich den Namen behalten.

Der Zusatz „Hall“ kam ganz unspektakulär zustande. Zu Vivian einen wohlklingenden Nachnamen zu finden, ist gar nicht so einfach. Da ich aus Rücksicht auf meine Familie meinen realen Namen nicht verwenden wollte, musste ich mir also eine Alternative überlegen und habe Namensthreads durchforstet. Hall klang in Verbindung mit Vivian einfach am besten, also ist es dabei geblieben. J

  

Wer sind Deine Lieblingsautoren/innen?

 Ja, also … DU.
Nein, ernsthaft. Ich mag die Plaisir Autorinnen sehr, sehr gern. Nicht nur, weil es Kolleginnen sind, sondern weil der Verlag viel Wert auf Qualität legt. In jüngster Zeit hat mich auch Michael Dissieux beeindruckt oder auch sein Verlagskollege Vincent Voss. Die Romane der beiden habe ich förmlich verschlungen. Wer noch …grübel …Jonathan Nasaw ist noch großartig. Allgemein liebe ich Psychothriller und mystisch angehauchte Romane. Im Grunde muss mich die Idee ansprechen und ich gebe offen zu, dass ich mir viele Bücher nur gekauft habe, weil mir die Cover so gut gefallen haben.

 

Bei wievielen Verlagen hast Du Dein MS eingeschickt, ehe es angenommen wurde?

Es waren nur vier Verlage, weil ich mir nicht wirklich Chancen ausgerechnet habe. Zwei Großverlage, die bis jetzt noch nicht geantwortet haben ;) und noch einen mittelständischen, der allerdings abgesagt hat, weil es nicht ins Verlagsprogramm passt hat. Dann war da noch der Plaisir d’Amour Verlag. Der war von Anfang an mein persönlicher Favorit, weil ich die Bücher schon kannte und mir das ganze Konzept des Verlages supersympathisch ist.

 

Wie lange hast Du an "Family Affairs" geschrieben?

Puh, ich glaube, es waren ungefähr 4 Monate. Eigentlich war es zuerst nicht geplant, dass ich es einschicke, aber aufgrund eines persönlichen Schicksalsschlags, was gottlob gut ausgegangen ist, wurde mir klar, dass man was wagen muss, weil es jeden Tag vorbei sein kann. Ich wollte nicht eines Tages aufwachen und das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben. Außerdem gab es ein paar liebe Menschen, die mich in meinem Selbstbewusstsein bestärkt haben und irgendwann dachte ich mir: warum eigentlich nicht? Schlimmstenfalls kassiere ich eine Absage und danach dreht sich die Welt wieder normal weiter.
 

Liest Du viel? Was?

Nicht mehr annähernd so viel, wie ich gerne möchte. 2-3 Bücher im Monat schaffe ich in der Regel, manchmal aber auch nur eines. Mein eBook Reader ist eigentlich immer in meiner Nähe, auch wenn ich nach wie vor lieber ein gedrucktes Buch in der Hand halte. Das Lesen ist völlig anderes, wenn man den Geruch eines Buches in der Nase hat und die Textur der Buchseiten unter den Fingern spürt.

Was die Wahl der Bücher angeht, bin ich relativ flexibel. Ich hüpfe munter in den Genres hin und her, habe aber eine ausgeprägte Schwäche für guten Horror und Serienkiller. J Erotik lese ich natürlich auch, sehr gern sogar.

 
Hast Du Hobbys?

Ich lese und schreibe ein bisschen. J Und ich bastel gerne mit meinem Gimp Programm herum, mit wechselndem Erfolg. Ist ein bisschen wie malen und ich mag es, kreativ zu sein, auch wenn die Ergebnisse nicht immer die Tollsten sind.

 

Was hilft Dir, Dich zu entspannen? Wo und wie findest Du Inspiration?

Entspannen kann ich nur schwer, wenn ich ehrlich bin. Ich versuch es, scheitere aber meistens an mir selbst, weil ich dazu neige, mir zuviel auf die Schultern zu laden und mich dann wundere, dass die Zeit knapp wird. Am ruhigsten bin ich wirklich, wenn ich bei meinem Mann im Bett liege. Seine Nähe hilft dabei, meinen unruhgien Geist ein wenig zu zügeln.

Inspiration trifft mich meist ganz unvorbereitet. Manchmal ist es ein Satz im Fernsehen, der eine Kette von Bildern in meinem Kopf freisetzt. Oft ist es nur ein Strohfeuer, doch manchmal kann ich diesen Brand in meinen Gedanken nicht löschen und dann kommt mein Plotbüchlein zum Einsatz. Um ehrlich zu sein, bis ich alles geschrieben habe, was ich schon an Ideen hatte, bin ich eine alte Frau.

 

Dein Leben ist ein Song. Welcher Song spiegelt dein Leben wieder?

 Aktuell wohl:  (I've had) the time of my life  von Bill Medley and Jennifer Warnes

  

Hörst Du beim Schreiben Musik?
 

Nein, beim Schreiben brauche ich absolute Ruhe, deswegen schreibe ich am liebsten spätabends, wenn alle im Bett sind. Das geht aber nicht immer, weil ich wie jeder normale Mensch meinen Schlaf brauche. Deswegen weiche ich auf die Vormittage aus, dann ist mein Sohn im Kindergarten und mein Mann beim Arbeiten.

 

Hast Du schon ein neues Projekt in Planung?

Oh ja. Teil 2. von Family Affairs liegt dem Verlag schon vor. Teil 3. ist aktuell in Arbeit und ich habe noch ein heißes Historical mit einem ziemlich düsteren Helden in petto. Dann gibt es noch weitere Projekte, doch davon werde ich erst erzählen, wenn ich weiß, ob die sich auch realisieren lassen.

  

Wie sieht Dein Alltag aus? Deine Schreibroutine?

 Morgens aufstehen, den Kleinen wecken und für den Kindergarten fertigmachen. Da mein Mann erst gegen halb neun aus dem Haus muss, gönnen wir uns den Luxus und frühstücken immer zusammen und machen uns ziemlich zeitgleich auf den Weg. Der Kindergarten befindet sich komfortabler Weise nur fünf Gehminuten von unserem Heim entfernt und so bin ich vor neun wieder zuhause. Danach habe ich drei Stunden Luft, erledige aber vor dem Schreiben noch die nötigsten Hausarbeiten. Dann muss alles bis zum Abend ruhen, wo ich oft noch das Geschriebene überarbeite oder noch weiterführe.
 

Du hast Mann und Kind. Was sagen die beiden zu Deinem zweiten Ich?

Kind noch gar nichts, dafür ist er mit seinen drei Jahren noch zu klein. Mein Mann betrachtete meine Schreiberei anfangs mit einem Hauch Skepsis, ist aber jetzt stolz darauf, dass ich es mit meiner „Tipperei“ zu einem Verlag geschafft habe. *g* Ich denke, dass viele das Schreiben nicht als richtige Arbeit ansehen und jetzt bekommt er hautnah mit, wie viel Zeit dafür draufgeht.


 

Weltuntergang, am 21.12. Warum hast Du keine Zeit dafür?

Mein Sohn und ich haben am 24. 12 eine Verabredung mit dem Weihnachtsmann, die wir unbedingt einhalten müssen. Der Weltuntergang wird also noch ein bisschen warten müssen. J

 

Was wäre der skurrillste Weltuntergang, der dir einfallen würde?

Oh, ich habe eine grauenhafte Vorstellung:

Facebook entwickelt ein eigenes Bewusstsein, übernimmt das Regiment über die Menschheit und zahlt uns jedes einzelne „like“ zurück, indem es uns zu Datenmüll verarbeitet. Danach werden wir in Endlosschleife durch die unendlichen Weiten des Internets gejagt, bis die Server zusammenbrechen. J

 
Danke liebe Viv, für das zauberhafte Interview! Und Deine Gastfreundschaft :-) (Nichts ist vergessen...)